Lebensraum & kulturelles Erbe

PFLANZAKTIONEN



Die Kotteme Streuobstwiesen sind artenreicher Lebensraum und Kulturerbe. Unsere Begehungen und Arbeiten im Frühjahr haben uns nochmal gezeigt, dass sehr viele der über 2.500 hochstämmigen Obstbäume rund um Kottenheim mittlerweile in einem hohem Alter sind und diese Bäume in den kommenden zwanzig Jahren absterben werden. Aus diesem Grund versuchen wir, jetzt die nächste Generation Bäume zu pflanzen, um so das Überleben der Streuobstwiesen zu sichern.


Planungsphase:
- Unterstützung bei der Auswahl der Standorte
- Beratung bei der Auswahl der Sorten
- Abstimmung der genauen Pflanzstellen mit den bewirtschaftenden Landwirten

Umsetzungsphase (nach Unterzeichnung einer Nutzungsvereinbarung):
- Einkauf: Jungbaum, 2 Pfähle, Bindematerial und Stammschutzmaterial
- Zwischenlagerung/Einschlagen des Jungbaums bis zur Pflanzung
- Graben des Pflanzlochs
- Pflanzung des Baums
- Setzen von zwei Pflanzpfählen und Bindung des Baums
- Durchführung eines Pflanzschnitts
- Anlegen einer Baumscheibe
- Anlegen eines Stamm-Verbissschutzes (Anti-Knab)

Anwachsphase:
- Freistellen der Baumscheibe / Entfernen Unkraut für 1 Jahr
- Bewässerung für 1 Jahr
- Durchführung eines Erziehungsschnittes nach einem Jahr



Es waren 117 Bäume im Auftrag von 25 unterschiedlichen Pächter bzw. Besitzern der Streuobstwiesen, die sich insgesamt 60 unterschiedliche Baumsorten (Apfel, Birne, Zwetsche, Kirsche und eine Esskastanie) in zwei Stammarten und drei Stammdicken aussuchten. Wir haben mit den Pächtern oder Besitzern von 42 Flurstücken Nutzungsvereinbarungen unterzeichnet, die die Anpflanzung und Betreuung der Bäume in der Anwachsphase regeln. Je Baum wurde ein Pfahl mit Anbindung zum Schutz vor starkem Wind und zwei kleine Pfähle, die vor Verletzungen durch Mähwerke schützen sollen, gesetzt. Insgesamt 14 aktive Helfer erbrachten über 100 Stunden Eigenleistung, um gemeinsam mit dem Team der Firma Baum Kiesslich die Pflanzungen durchzuführen. Ohne die Helfer und viele Firmen, die uns unterstützen, wäre das alles nicht möglich. Wir haben erneut die Bäume der Baumschule Bauch aus Rheinbach bezogen und die Materialien bei der Firma Landhandel Geisen eingekauft.

Mit der Firma Baum Kiesslich aus Koblenz haben wir erfolgreich einen neuen Partner ausprobiert. Ich möchte aber auch Peter Moog Event und Kreativbau Weber/Blasweiler hervorheben, die uns erneut massiv unterstützt haben. Die Aktion war auch wieder ein schönes Beispiel des Miteinanders aller Beteiligten, seien es die Helfer, die Firmen, aber auch die Gemeinde und die Anwohner. Gleich zweimal gab es Mittags Suppe inmitten der Streuobstwiesen. In den nächsten Monaten werden wir die Bewässerung der Bäume sicherstellen und diese nach einem Jahr erneut mit einem Entwicklungsschnitt pflegen, bevor die Besitzer die Verantwortung für die Pflege übernehmen. Das Ganze ist Bestandteil des Fünfjahresprogramms zum Erhalt der Streuobstwiesen Kottenheims gefördert durch den europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und das rheinland-pfälzische Entwicklungsprogramm (EULLE). Darüber hinaus erfolgte eine zusätzliche Förderung durch den FIELMANN-Konzern, der die Anschaffungskosten für Bäume und Material der Pflanzungen auf gepachteten öffentlichen Flächen finanziell unterstütze.

Die Fördermittel stammen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Hier investiert Europa - mitfinanziert durch Bund und Land - in die ländlichen Gebiete im Rahmen des LEADER-Ansatzes des rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms „Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Ernährung“ (EULLE).

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie für die Anpflanzung von Bäumen gewinnen können. Gerne stehen wir für Rückfragen zur Verfügung. Bitte rufen Sie einfach kurz an (0171/5615155) oder melden Sie sich auf anderem Wege (E-Mail: info@kotteme-streuobstwiesen.de).



Wir bieten Grundstückbesitzern in Zusammenarbeit mit einer Baumschule eine Liste traditionsreicher Obstbaumsorten an und die Grundstücksbesitzer entscheiden, welche Sorten gesetzt werden.
Außerdem haben wir einen recht guten Überblick, welcher Landwirt die existierenden Flächen bewirtschaftet und sprechen diese dann an. Je nach Lage stimmen wir den exakten Ort der Pflanzung für jeden einzelnen Baum mit den Landwirten ab, damit wir deren Arbeit in der Heugewinnung nicht zu sehr belasten.

Wenngleich manch größeres Grundstück ein idealer Platz für junge Bäume wäre, bedeutet dies noch nicht, dass wir als Verein dort Jungbäume setzen können. Entscheidend ist zunächst die Zustimmung der Besitzer und/oder Pächter. In einigen Fällen ist es nicht einfach, diese zu identifizieren, da die für uns zugänglichen Grundbucheintragungen nicht mehr aktuell sind oder keine brauchbaren Adressdaten bieten. Umso besser, wenn sich Grundstücksbesitzer an uns wenden.